Hamburger Projekt, Woche 09 (v.14): Blog-Tapering

Ach, liebe Lesefreundinnen und Lesefreunde, so eine (beinahe) gänzlich unspektakuläre Trainingswoche ist auch mal ganz schön.
Abgesehen von 2 Zipperlein´s (eins hausgemacht*, das andere immer mal wieder**) war es einfach nur eine ganz normale Trainingswoche. Die Folge: es gibt nur wenig zu berichten. Die Folge davon: ihr braucht weniger Zeit ins Lesen zu investieren. Die Folge davon: ihr könntet, zum Beispiel, ein schönes Läufchen an der Frühlingsluft machen.
Zum Beispiel.



Am Montag und Dienstag habe ich, nach den turbulenten Eriegnissen der Vorwoche, zwei Tage frei.
Mein Gott, was macht man mit so viel Freizeit? Naja, viel darüber nachdenken kann ich nicht, denn schon am Mittwoch geht´s planmäßig im Training weiter.

Schnuckelige Intervalle stehen an, der Plan sieht 7x 1.000 schnelle Meter vor. Wie bereits vor einigen Wochen erwähnt ersetze ich diese „Kurz“-Intervalle durch etwas längere Versionen, einfach weil es derm Marathon dienlicher ist (oder sein soll…).
Also mach´ ich kurzerhand 4x 2.000 schnelle Meter daraus, welche es in einem 4:30-Minuten-pro-Kilometer-Tempo zu laufen gilt.

Beim Einlaufen über 2 Kilometer geschieht dann *: aufgrund fehlender Augen-Fuß-Koordination erliege ich zum zweiten Mal in diesem Trainingszyklus den Folgen der Schwerkraft. Diesmal ist aber die Hose dünner und die Hände ungeschützt.
Die Folge: sichtbare Beschädigungen an meinem Astralkörper.
Aua.
Sehr dolles Aua!

Vielleicht sollte ich das mit dem Laufen einfach lassen. Denke ich so für mich. Aber höchstens zwei Zehntel-Sekunden, dann ist auch das vorbei.
Nicht vorbei allerdings sind die Intervalle und die Schmerzen. Ersteres liegt noch immer vor mir, letzteres spüre ich.

Ich fühle mich ein bißchen elend. Was solls, irgendwie gehts. Immer. Naja, meistens. Der Rest des Trainings verläuft zwar temporär schmerzhaft aber nicht minder erfolgreich. Haken dran. Und Pflaster auf die Knie.



Ich sehe -- schwarz!

Ich sehe — schwarz!

Der Freitag beginnt, dank blauem Himmel, spektakulär.
Und da wir ja Blog-Tapering-Woche haben kann man sich ja auch mal mit ´was anderem beschäftigen: hier bietet sich beispielsweise eine partielle Sonnenfinsternis an!

Meine Frau und ich beschließen eine kleine Foto-Session. Mangels technischer Gegebenheiten (=Sonnenlicht schluckender Filter) greife ich auf einen kleinen Kindheits-Sonnenbeobachtungs-Trick zurück: ich halte einen ausgedienten UV-Filter in eine Kerzenflamme und ruße damit das Glas (fast) blickdicht ein.
Anschließend wird der Filter vor´s Objektiv der Canon EOS geschraubt und liefert im Ergebnis (Brennweite 200 mm, Blende 32, Belichtungszeit 1/125 – 1/400) die folgenden Bilder der Sonnenfinsternis:

Anfang...Mitte...Ende

Anfang…Mitte…Ende

Sieht man ja doch eher selten so schön und wolkenfrei.

Und weil das Wetter ja auch gerade so schön ist, frühlingshafte 12° und Sonnenschein, drehe ich auf den Nachmittag noch eine beschauliche kleine Runde.
Mein heutiger Lauf führt mich zum befreundeten Glienicker See und wieder zurück.

Eine malerische 35-Kilometer-Runde, deren Genuss lediglich von 2 ollen Ereignissen eingeschränkt wird: der Rundweg um den Glienicker erfährt eine ungeplante Unterbrechung, weil ein Privatgrundstücksbesitzer unbedingt 100 Meter des öffentlichen Uferweges seinem Grundstück einverleiben musste. Jetzt behindern Brombeerbüsche den weiteren Weg und zwingen den geneigten Uferwanderer, -läufer oder -fahrradfahrer zur Umkehr. Tolle Wurst! 🙁

Das zweite Ereignis ist das oben erwähnte **: mein rechtes Knie, offenbar an Aufmerksamkeitsdefiziten leidend, meldet sich bei Kilometer 25 mal wieder unerwartet aber befürchtet krampfartig.
Von 12° ist es inzwischen auf 2° (!!!) abgekühlt, gut, dass der vorausschauende Läufer ein Zusatz-Shirt im Säckle hat. Ich nutze eine Knieschonungs-Minipause zum Überziehen, und weiter geht´s.
Interessant: sobald ich schneller laufe lässt der krampfartige Schmerz (ein wenig) nach. Also mache ich genau das (ist ja ´eh die Forderung des Trainingsplanes…) und erreiche weitgehend wohlbehalten heimische Gefilde.

Heute merke ich allerdings auch, dass mein Kreislauf ein wenig in den Streikmodus schaltet. Genaugenommen fiel mir das schon bei Kilometer 30 auf, aber ich habe es einfach ignoriert…
Mein dritter gefinishter 35-er im Hamburg-Marathon-Training darf mit 35,2 Kilometern in 3:27:10 Stunden somit als Erfolg gewertet werden. Jippie! 🙂



Samstag ist Auskurier-Tag für sämtliche Zipperlein, was leider nur bedingt gelingt, denn beim sonntäglichen Trainingslauf über 11 Kilometer meldet sich mein ADS-Knie vehement zurück. Ich lächle die Schmerzen hinfort, und bei den abschließenden 5x 100 Meter Beschleunigungssprint vergisst mein Knie glattweg wehzutun. Fein! 🙂



Ein kleiner Plan...Kleine aber feine Wochenbilanz: alle Läufe perfekt erledigt, interessante Sonnenfinsternis erlebt und ganz allgemein den Frühlingsflair genossen.

Und da ich versehentlich die Kilometer-Angaben aus dem „alten“ Marathon-Plan (ohne Wettkampf in der Vorwoche…) übernommen habe sind die 68 „geplanten“ Kilometer natürlich komplett übertrieben.
Korrekt wären eigentlich ca. 55 Kilometer. Und — siehe da 😉 :

Marathon-HH_TP_Woche09

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