Alles wird länger. Oder: Woche 6


Falkensee. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Hobbyläufers Thomas, der unterwegs ist um fremde Gegenden zu entdecken, neue Herausforderungen und unbekannte Entfernungen.

Apropos Entfernungen: Die Tage werde allmählich wieder länger, wie den meisten von euch sicher schon aufgefallen ist. Um mich diesem allgemeinen Trend nicht zu verschließen werden auch meine Laufeinheiten länger. Und zwar sowohl im Einzelnen, deutlicher aber noch in der Gesamtheit! Und so trug es sich schon in der letzten Woche zu, dass ich meine persönliche Lauferfahrung rein distanziell um die Wochenmarke „50 Kilometer“ bereichert und damit gleichzeitig die längste Laufwoche meines Lebens absolviert habe –  und schon schließt sich der Kreis zur Einleitung! Aber: das Maß ist noch nicht voll. Das ist es tatsächlich erst, wenn der geneigte Leser einen Blick auf meine gelaufenen Monatskilometer wirft:

Training_Feb_2014

Lauf, Thomas, lauf!


Schon ganz schön fett, oder? Der bisherige Rekord-Kilometer-Monat war übrigens der letztjährige März mit 160 Kilometern, die bisher längste Laufwoche war die erste April-Woche, welche inklusive Halbmarathon mit 47 Kilometern zu Buche schlug.
Ich gestehe mir selbst allerdings auch ein, dass insbesondere die letzte und auch diese Woche, welche wieder bei knapp 51 gelaufenen Kilometern liegt, meinen Knochen, Sehnen, Muskeln und sonstigen Innereien schon ein wenig zugesetzt haben. Dies äußert sich dankenswerterweise weniger in gesundheitlichen Aspekten, vielmehr macht sich punktuell eine spürbare Erschöpfung breit. Ich will es mal so formulieren: mein Körper und Geist bemerken, dass hier gerade konsequent trainiert wird.
Das ist nicht immer im klassischen Sinne angenehm, dennoch macht es mir Spaß! Mitlesende Läufer nicken möglicherweise zustimmend, Nichtläufer haben wahrscheinlich schon vor zwei Wochen aufgehört, hier zu folgen. Liebe Aktiv-Coucher, falls ihr doch noch dabei seid: Erschöpfung kann Spaß machen! Man weiß ja schließlich nach einem anstrengenden Trainingslauf, was man getan hat. Und: es ist für einen selber. Wer sich ein Ziel setzt und dies auch vollumfänglich als sein Ziel annimmt wird sich auch entsprechend vorbereiten. Vollkommen schnuppe, ob es um Laufen oder andere Interessen geht…
Training_Mrz_2014_KW09
Der Montag ist wie schon in der letzten Woche ein eher zurückhaltender Trainingstag, lediglich knapp 2 Kilometer werden oben drauf gepackt. Im Grunde liegen mir diese Läöufe nicht so recht, da ich auf eher kurzen Distanzen bis 10 Kilometer dieses „gemütliche“ Lauftempo als langweilig empfinde. Andererseits nutze ich solche Läufe, um mir mal in Ruhe Falkensee anzusehen. Das geht auch abends im Dunkeln. Am Ende darf´s entsprechend des Trainingsplanes wieder etwas schneller sein, ich freue mich über fünfmal hundert Meter Steigerungsläufe. Diese beginnt man schön langsam und steigert sie über die Distanz von 100 Metern bis zur Sprintgeschwindigkeit. Und das ganze eben fünf mal. Schöner Abschluss.

Nach der letztwöchigen Krafttraingsgammelei absolviere ich am Dienstag wieder brav meine neunzig Minuten Geräte- und Matten-Spaß und werde trotz gerade mal einer Woche aussetzen mit einem geradezu legendären Muskelkater in Bauch, Beine und Po heimgesucht, der mir dann prompt am Mittwoch das Leben schwer machen möchte. Selbiger Tag hält eine spannende Zwanzig-Kilometer-Distanz bereit, und schon vor dem Start freue ich mich auf eine schöne Strecke.
Einzig der eingangs erwähnte Muskelkater trübt den Laufgenuss auf den ersten gut fünf Kilometern etwas, aber schon bald lockert die Bewegung die nötigen Muskelpartien und der Lauf entwickelt sich erwartungsgemäß. Was ist eigentlich meine Erwartung?
Schöne Laufstrecke- Check! Abwechslungsreiche Gegenden- Check! Ein paar moderate Steigungen- Check! Gutes Durchhaltevermögen über die gesamte Distanz- Check! Und schließlich: gute Energieverwaltung für die auch heute anstehenden End-Steigerungen- Check! (Das sind in der Grafik zu den Laufdaten übrigens die lustigen Zacken am Ende:-))
Wie gesagt, alle Erwartungen erfüllt. Ein ruhiger, schöner Halbmarathon. Kilometertechnisch betrachtet.

Gleich einen Tag später, am Donnerstag, geht es auf einen interessanten Tempodauerlauf. Ziel: in der angestrebten Halbmarathon-Laufgeschwindigkeit (eine Pace von ca. 4:55 Minuten pro Kilometer) sechs Kilometer einigermaßen gleichmäßig laufen. Ich freue mich auf diesen Lauf, was sich leider als kleiner Fehler herausstellt. Okay, vielleicht liegt es auch nicht an der Vorfreude, vielleicht bin ich heute nur einfach nicht fit genug, jedenfalls wird das eine Tortur.
Bereits nach zwei Kilometern fühle ich mich ein wenig so, wie nach 7 Kilometern an meinen beiden Test-Wettkampftagen Anfang Februar. Das frustriert etwas, und ich spüre, wie mich die Motivation zum Weiterlaufen ein wenig im Stich lässt. Kollege Schweinehund lugt grinsend um die Ecke und schlägt mir ganz nett vor, doch einfach ein kleeeiiines bißchen langsamer zu laufen, muss ja nicht viel sein und ist auch gar nicht schlimm…
Nix da. Auch wenn die nächsten vier Kilometer alles andere als Laufspaß mit sich bringen ziehe ich das durch.
Es ist wirklich oll, aber ich zwinge mich dazu, in der zweiten Hälfte sogar noch ein wenig schneller zu sein. Es gelingt mir erstaunlicherweise, und nach gefühlten zwanzig Kilometern im gefühlten Sprinttempo bin ich im Ziel. Ja, auch das wiederfährt einem Läufer. Ich bin schon auf meinen nächsten Tempolauf in der kommenden Woche gespannt…

Die Laufwoche klingt mit einem angenehm fordernden aber nie quälenden sogenannten GA2-Lauf am Samstagabend aus. 10 Kilometer im Wohlfühltempo leicht oberhalb der Komfortzone, so ungefähr könnte man so einen GA2-Lauf bezeichnen. Im Gegensatz zu dem „langsamen“ GA1-Lauf vom Montag mag ich das heutige Tempo sehr, da es ein angenehmes Trainingsgefühl vermittelt, ohne dabei Grenzen zu testen oder (gefühlt!) zu unterfordern und zu langweilen. Sehr angenehm!

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4 Responses to Alles wird länger. Oder: Woche 6

  1. Eddy sagt:

    Eine saubere Leistung, Deine Februar-Statistik! Und starke Zeiten bei den 10-KM-Wettkämpfen: fetten Respekt! Für beides 🙂

    • ThomasThomas sagt:

      Vielen Dank! 🙂
      Das „Lustige“ bei den beiden 10-ern ist ja eigentlich, dass es gar keine „echten“ Wettkämpfe waren sondern viel mehr solo gelaufene Tests. Da war ich selber ganz baff, was ohne externe Motivation (=Wettkampfatmo) möglich ist…

  2. Thomas sagt:

    Schön geschrieben mit allen Up and Downs die dazu gehören

    • ThomasThomas sagt:

      Danke schön, lieber Thomas. Ohne „Down´s“ kann man eben auch keine „Up´s“ erleben. Aber wem sag ich das… 🙂

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