Woche 06 (v.14): MfG, dein Hammermann!

Die neue Trainingswoche beginnt am Mittwoch.
Das liegt daran, dass am Montag und Dienstag eine dienstliche Unwägbarkeit meine schöne Planung pulverisierte. Dies ist jetzt nicht weiter schlimm, denn zum Einen habe ich ja in weiser Voraussicht möglicher ungeplanter Überraschungen extra zwei Wochen an den Ursprungs-Plan vom Hubert Beck drangepappt, und zum Anderen habe ich bereits letzten Sonntag die Montags-Intervalle erlaufen.
Alles im Lot also, als ich am Mittwoch nach 2 abstinenten Tagen endlich wieder laufen kann. Meine liebste Frau behauptet ja, ich sei süchtig danach. Völliger Quatsch, ich kann locker mal 2 Tage auf´s Laufen verzichten. Kein Problem.

Was möchte mein Plan heute erfüllt wissen?
Ah ja, einen knackigen Tempodauerlauf.
Ich verlasse das Haus in den frühen Abendstunden. 24 Grad und etwas nieselig. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mich wohlfühlen soll. Es ist zwar nicht so brütendheiß wie am Sonntag, wenn aber bei 24 Grad ein leichter Nebel übers Land wabert bedeutet das: hohe Luftfeuchtigkeit!

Das schnell einsetzende Schwitzgefühl kann also auch Niesel sein, so ganz klar ist das nicht. Was drauf gehustet, die nächsten 12 Kilometer laufe ich hoffentlich schnell genug, um mich mit solch unwichtigen Details gar nicht befassen zu müssen.
12 Kilometer sind ganz schön schnaffte, und da ich im Zuge sinnlosen Ehrgeizes ja unbedingt noch 5 Sekunden auf die Sollzeit von 4:58 min/km `draufpacken (oder besser: abzwacken) muss bleibt mir nix anderes übrig, als dieses Tempo auch zu halten.

In einem plötzlichen Anflug von Huiii! lege ich auf den letzten 3 Kilometern noch ein paar Bonussekunden in der Pace zu und stelle erstaunt fest: Mann, 12 Kilometer können aber ganz schön lang sein!
JETZT weiß ich aber wenigstens, dass es Schweiß und kein Regen ist, der mir da ins Schuhwerk rinnt.

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Wenn ich schon am Dienstag kräftetechnisch faulenze dann darf zumindest der Donnerstag zum Rumpfstabi-Training herhalten. Ein feiner Bauch-Express bildet den Auftakt für einen gelungenen Trainingsabend im Testosteron-Tempel, wobei ja solche Kurs-Räume eher Östrogen-Tempel sind.

Das macht mir nun überhaupt nix, nach spätestens 2 Minuten Bauchspaß ist es mir egal, ob ich mit Männlein oder Weiblein trainiere, ja selbst, ob ich Männlein oder Weiblein bin! 🙂 Ein sicheres Zeichen für die notwendige Ernsthaftigkeit beim Training.

Eine gemütlich Fahrrad-Stunde im Bandscheiben-Fahrrad runden den Abend ab, Plan erfüllt, sehr schön.

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Freitag. Die Idee: 35 Kilometer. Die Realität: nun ja… Das soll euch jemand anderes erklären. Ab hier übernimmt, vorübergehend, mein neuer — Freund.

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Vollausstattung. Blendschutz, High-End-Audiosystem, innovatives Kühlwasserprinzip, leider keine Klimaanlage…

Guten Tach, ich bin Marathom´s ganz persönlicher Hammermann. Ich glaube, ich nenne mich Jeremy-Pascal. Einfach so.
Was habe ich mich zurückhalten müssen, in den letzten 3 Jahren, weil Kollege Marathom ja immer nur bis zu popeligen guten 20 Kilometern gelaufen ist. Das hat sich nun wohl erledigt, denn irgendein Floh in seinem Ohr hat ihm gesagt: Hey, wie steht´s eigentlich mit´m Marathon?

Tja, wer sich so einen Namen gibt ist selber schuld verpflichtet sich wohl auch! Und deshalb muss er nun auch laaange Läufe absolvieren, denn schließlich will er ja nicht abkacken, wenn da eine schnuckelige 42 auf ihn wartet.

Und seit heute kennt er mich. Ein gelungenes Kennenlernen, aus meiner Sicht. Der alte Mäkelfritze Marathom sieht das bestimmt anders, ist mir aber völlig schnuppe.

Ich habe mir ja schon vor dem Lauf die Hände gerieben und hämisch gegrinst: 35 Kilometer bei fetten 30 Grad, knallig-wunderschöner Sonnenschein da draußen, wenn das mal nicht mein idealer Playground ist! Da wird dir auch dein in weiser Voraussicht mitgeführter knapper Liter Wasser nicht viel nutzen, wirst schon sehen!

Selbsverständlich übe ich mich zunächst in vornehmer Zurückhaltung, ich möchte mich ja auch nicht unnötig aufdrängen. Also, zumindest die ersten 20 Kilometer. Danach kann ich mich ja schon mal kurz zeigenschleißlich leidet so ein Hammermann ja unter chronischem Aufmerksamkeitsdefizit.
Natürlich ignoriert mich der Typ komplett, Zeit also, andere Seiten aufzuziehen. Kilometer 27 ist meine, so will ich sie mal nennen, offizielle Geburtsstunde.

Ich beschließe, Marathom zu zeigen, wo der Hammer (muhaha!) hängt und hole zu Testzwecken mal den kleinen 5-Kilo-Vorschlaghammer raus.  Hui, was für eine Wirkung! Der tut ja so, als wäre es das 15-Kilo-Teil!
Lustig, wie der Kerl ins Straucheln kommt.

Na, keine Begrüßung? Wo bleibt die Begeisterung? Ich möchte schließlich auch mitlaufen.

4 ganze Kilometer hält er durch, der wackere Marathom, dann allerdings beugt er sich meiner Stärke und gibt auf. Die 3 Gehpausen während der letzten Kilometer verstehe ich als Zugeständnis an meine Existenz, die finale Aufgabe als Anerkennung meiner Fähigkeiten.

Damit ich nun nicht zu schnell wieder in Vergessenheit gerate versüße ich ihm auch die Stunden nach dem Lauf mit den Nachwirkungen meiner lustigen Aktionen.
Deshalb kriegt er auch nix zu Essen ´runter, die arme Sau, nur Trinken geht. Aber schön laaangsaaam, sonst gibt´s eine böse Schweinerei.

Erstmal heißt´s: hinlegen, Augen zu. Totale Erschöpfung. Nix geht mehr. So habe ich mir das vorgestellt! Was für ein Debüt, halleluja.
Bis zum baldigen nächsten Mal, dein Jeremy-Pascal!

Alles klar? Gut.
Mein zweiter Trainingsplan-Fail nach dem aufgegebenen Hitze-Wettkampf vor vier Wochen.
Vielleicht hätte ich am Donnerstag lieber keinen Salat-Tag machen sollen, aber man kommt immer schlauer aus dem Rathaus hinaus als man hineingeht, nicht wahr? Für einen neuen Distanzrekord hat´s dennoch gereicht, aber es war wirklich sehr, sehr fies.

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Sonntag. Wunderschönes Sommerwetter.
Wenn man im Biergarten sitzt oder im See baden geht, jedenfalls.

Für angehende Marathonläufer stellt sich die Situation eher folgendermaßen dar:
30 Grad, schon wieder.
Schwül, schon wieder.
Die Sonne brennt, schon wieder.
Unter solchen Bedingungen können auch putzige 8 Kilometer eine mentale UND körperliche Herausforderung werden. Selbst wenn die heutige Einheit ein gemütlicher Langsam(=GA1)-Lauf werden soll.

Aus Respekt vor mir selber laufe ich das Ding dennoch. Die ersten 5 Kilometer ziiiehen sich wie geschmolzener Mozarella, danach geht´s verblüffenderweise ziemlich gut. Und zwar so gut, dass ich glatt noch einen Kilometer hinten dranhänge, sozusagen als winziger Ausgleich für die fehlenden vier vom Freitag.

Dieses Training ist mal wieder der schöne Beweis, dass Dinge manchmal oll beginnen und doll enden können. Klein aber fein.
Ich wage es ja kaum zu schreiben, aber es hat sogar ein ganz winziges bißchen Spaß gemacht. Ehrlich.

runalyze.de9,3 km DL GA1 am 03.08.2014

57:266:11/km138bpm~167 hm

http://user.runalyze.de/shared/8e4n

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Marathon-TP_Ext_6.Woche

Was nützt der schönste Plan…

Auf zur finalen Wochenbilanz!
Was stelle ich da fest?
Nun, zunächst habe ich den Juli mit einem neuen Kilometer-Rekord beendet, was jetzt nicht unbedingt eine Riesen-Überraschung ist. Immerhin kommt da etwas großes auf mich zu, was ein paar Wochenkilometer mehr voraussetzt.

Die 2 ungeplanten Erholungstage zu Beginn der Woche reichten leider nicht, um am Freitag das Kernstück eines Marathontrainings erfolgreich zu beenden. Aber lehrreich wars: jetzt kenne ich Jeremy-Pascal.

Bleibt schließlich die Frage: was und wieviel esse ich, um die langen Dinger energetisch betrachtet zu bewältigen???
Zumal ein Blick vorhin auf die Waage etwas interessantes hervorbrachte. Aber das ist eine andere Geschichte und soll nächste Woche erzählt werden…

M-Training_W-06

…wenn die Realität nicht mitspielt?

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