(Aus)DauerLauf (noch 2 Wochen!)

AusDauerLauf_01Endlich Winter! Und zwar so richtig! So mit Schnee, kaltem Wind, ordentlich Frost und allem, was so dazu gehört. Eben genau so, wie man sich das Wetter zu Weihnachten wünscht. Ach, wir haben gar nicht Weihnachten? Die Feiertage nächste Woche sind OSTER-Feiertage??? Hmm. Okay. Dann eben nicht… Na, hat jemand die feine Ironie bemerkt?
Richtig ist natürlich: Ich habe die Schnauze gestrichen voll vom Winter!
Und das aus zwei Gründen: erstens, weil ich die Schnauze wirklich voll habe (und daran ändert auch der gutgemeinte Versuch des Wetters, mich heute mit Sonne zu ködern, nur äußerst bedingt etwas) und zweitens, weil ich in dieser Woche meine laufmotivatorische Tiefphase erlebe. Jede anständige Trainingsperiode, die etwas auf sich hält, bietet auch (mindestens) eine (meist kurze) Zeit, in der man einfach so gar keinen Bock auf irgendwas trainingstechnisch förderliches hat. Und genau so fühle ich mich. In meinem bisherigen Läuferleben war der Wettkampf (10 bzw. 12,2 km) Abschluss und vor allem Höhepunkt meiner Trainingszeit, diesmal ist es nur eine Etappe gewesen.
Dennoch war es ein Höhepunkt, und ganz folgerichtig sagte mir mein Verstand, „jetzt ist die Aufregung vorbei und wir ruhen uns schön aus, ja?“ Aus dieser mentalen Grundhaltung heraus fiel es mir schwer, überhaupt etwas Sportliches in dieser Woche zu leisten. Aber — so ganz ohne geht natürlich nicht, und in 2 Wochen, wenn ich den Halbmarathon bewältigen möchte, fragt ja auch niemand: „Und, biste immer brav gelaufen?“. Und deshalb ist das Halbmarathontraining in dieser Woche auch ein sehr mental geprägtes, Durchhaltevermögen entsteht primär im Kopf! Eine gewisse Ausdauer ist eben nicht nur beim Laufen essentiell.


Deshalb schnüre ich am Mittwoch meine Laufschuhe und begebe mich in die lebensfeindliche Frosthölle meines Heimatortes. 10 Kilometer Freestyle-Lauf sind genau das richtige, um gedankliche Verkrustungen einfach rauszulaufen. Hui, wie das flutscht! Und das liegt nicht nur an den teilvereisten Strecken, und auch nicht nur daran, dass ausgerechnet JETZT die Wolken beschließen, mich mit 15 Zentimeter Neuschnee zu beglücken (abgesehen von der damit einhergehenden erheblichen Sichteinschränkung!). Es liegt auch daran, das rein körperlich offensichtlich alles in Ordnung ist. Gut, ein moderater Schnekelmuskelkater schnurrt in meinen Oberschenkeln seit Sonntag abend, und irgendetwas in meiner rechten Hüfte besteht darauf, leicht zu schmerzen.
Aber alles nicht tragisch, und so zeigt mein Körper meinem Kopf, wie das eben so geht! Kurz vor Schluss genehmige ich mir noch 4 Steigerungen (Tempo). Wow, das ist fast ein Tempo-Dauerlauf, so fix bin ich unterwegs. Gerade mal 11 Sekunden langsamer in der Pace! Ungebremst von Herzfrequenz und Tempovorgaben belohne ich mich selbst. Schön!

 

 

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Frohe Weihnachten Ostern!

Am Samstag ist Sonn(en)tag. Allerdings zum Preis von frostigen -8°, und -als ob das noch nicht reicht- einem krassen Wind! Ich trotze meiner Schweinehundstimme ein zweites Mal in dieser Woche und beginne einen sonnigen LaLaLa. So, wie der Steffny es empfiehlt, zuckelige 2 Stunden. In weiser Voraussicht des scharfen Ostwindes habe ich die Strecke so geplant, dass ich auf der ersten Hälfte Gegenwind habe und nicht am Ende, wenn ich (haha!) durchgeschwitzt bin. Eine gute Wahl, nur leider nicht auf den ersten gut 8 Kilometern.Mein Gott, dass ist wirklich die (hoffentlich) finale Winterprüfung! Naja, was mich nicht umbringt macht mich stärker.
Um die Pointe gleich vorwegzunehmen: ich habe es überlebt! Abgesehen vom Wind und Knackefrost macht es fast schon Spaß, endlich mal wieder bei Sonne zu laufen. Fast schon zu schnelle knapp 20 Kilometer später bin ich dennoch ganz froh, jetzt richtig schön heiß zu duschen. Damit ist meine Selbstmitleidwoche offiziell beendet, ich hoffe mein Körper dankt mir die kurze Erholungszeit und meine Seele dankt mir für die beiden Trainings. Mal sehen, wie´s nächste Woche so läuft…

Und hier gibt´s die Woche wieder im Überblick: bis ganz unten scrollen 🙂

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