Woche 12 (v.14): 5 Einheiten und ein Wettkampf-Fall

M-Startnummer_SCC

Sind nur 42 Kilometer. Na dann…

Falls der Blick der geneigten (und zeitnah zur Veröffentlichung anwesenden) Leserschaft auf oben stehenden Countdown fällt, so lässt sich unschwer die unmittelbare Nähe des Großen Ereignisses erkennen.
In nicht mal mehr ganz zwei Wochen beginnt das große finale Abenteuer und ich erlaufe mir meinen Nickname. Höchste Zeit also, auf Post vom Veranstalter zu gieren.
Und – siehe da, kaum gewünscht schon erfüllt!

Dann kann´s ja endlich losgehen, denke ich so bei mir, denn nach mittlerweile fast 3 Monaten verhältnismäßig disziplinierten Trainings fühlen sich Körper und Geist zwar etwas kaputt aber auch, im technischen Sinne zumindest, bereit an.
Falls ihr versteht, was ich meine.
Falls nicht schaut euch einfach mal kurz den Freitag dieser Woche an, dann wird das vielleicht etwas deutlicher.

Also stürzen wir uns mit der nötigen (und denoch leicht erzwungenen) Verve auf die vorvorletzte Trainingswoche, die immerhin eine markante Überraschung bereithält.

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Dabei beginnt die Woche am Montag und gänzlich harmlos, freundlich gesonnene 8 Kilometer dürfen meine Beine beschreiten, und da ich in Falkensee mittlerweile jeden Baum beim Namen kenne suche ich mir eine kleine Strecke an meiner Arbeitsstelle im Herzen Berlins aus.

Schöne 8 Stadt-Kilometer werden es, bei herrlichen gut 20 Grad und spätsommerlich heiterem Himmel.

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Dienstag ist leicht verkürzter Krafttag. Da mein Körper nach Ruhe ruft gönne ich ihm selbige, dadurch bedingt reduziere ich mein Rumpfstabi-Programm auf eine gute Stunde. Muss reichen, fühlt sich auch ausreichend an.

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Der Mittwoch ist der offizielle Auftakt des allerersten Triple-Trainings meiner gesamten Lauf-Laufbahn.
Drei Tage Lauftraining in Folge stehen an, beginnend mit einer hübschen Intervall-Einheit. Und damit das Training auch bloß nicht zu leicht wird möchte der Trainingsplan, dass ich heute gleich 10 Mal (!) die 1.000 Meter absolviere. Und das auch noch schnell. Richtig schnell.

Nach dem üblichen Einlauf geht´s los, und die ersten 5 Einheiten sind auch ganz schnaffte. Die restlichen (muhaha!) 5 Einheiten – nicht so, die sind eher etwas – zäh.
Was soll´s, Augen zu und durch. Wer weiß, wozu´s gut ist. Ich merke nur, dass es echt ganz schön knackig ist. Ist aber auch logisch, sonst wären´s ja keine echten Intervalle.

Um mich herum zucken Blitze vom Himmel, eine ganze Reihe temperamentvoller Frühherbst-Gewitter geben sich die Ehre und mir in Form von angenehm frischem Dauerregen die nötige Kühlung. Da beschleunige ich schon freiwillig ordentlich um in den Intervallpausen nicht zu frösteln. Insgesamt gelungen und fordernd. Eben Intervalle.

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Dafür ist am Donnerstag pures Chillen angesagt. Zum zweiten Mal in dieser Woche heißt es: 8 Kilometer in sogenannter GA1-Pace, das bedeutet, die Herzfrequenz irgendwo so zwischen 70-75% der Maximalfrequenz zu halten.
Für das Tempo heißt das: ruhig. Und so ist dieser Lauf auch.

Klar, ein wenig stecken mir die gestrigen Intervalle in den Knochen, aber mein durchtrainierter Athletenkörper steckt das lockerst weg und ich lächle mich 8 Kilometer lang durch die heutige Trainingseinheit.

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Das Lächeln vergeht mir am Freitag, denn der Lauf-Hattrick wird von einem *Ironiemode on* absolut herbeigesehnten *Ironiemode Off* 10-Kilometer-(Test-)Wettkampf komplettiert!

Das ist natürlich ein verhältnismäßig dämlicher Planungsaspekt, ausgerechnet nach 2 Lauftagen am Stück auch noch einen Wettkampf ´dranzuhängen. Ursprünglich war ja der Sonntag dafür vorgesehen, aber man gönnt sich ja sonst schon nüscht.
Ich rede mir das außerdem mit einem Spitzen-Trainingseffekt schön.

Ein Schritt vor die Tür zeigt mir: Mist, das Wetter bietet heute keine Ausrede für eventuelles Versagen in der Leistung. 20 Grad und bewölkt. Na gut.
Ich laufe mich genussvolle 10 Minuten ein und überlege, eventuell die nächsten 10 Kilometer als weitere Einlauf-Ergänzung zu absolvieren. Ist bestimmt viel gesünder für den Körper als so eine olle Wettkampf-Folter. Ich merke schnell: viele Dinge in meinem Kopf wollen diesen Lauf heute nicht, besonders ein großes felliges Vieh namens „Schweinehund“ rät dringend ab.

Tatsächlich ist so ein Trainings-Wettkampflauf deutlich schwieriger zu bestreiten, da jegliche externe Motivation durch Zuschauer oder Mitläufer komplett wegfällt. Es ist aber nun mal wie es ist, und ich lege trotzdem los.

Die Zielsetzung im Vorfeld: irgendwie versuchen, die 45 Minuten zu erlaufen, also: eine Pace von 4:30 Minuten/Kilometer zu realisieren. Den ersten Kilometer klappt das auch, aber schon beim zweiten werde ich (etwas) langsamer.
Das fängt ja gut an, denke ich so bei mir. Und dann kommt der dritte Kilometer.

Fragt nicht, wie ich das jetzt gemacht habe, aber ich laufe ihn mit einem 4:24-er Tempo. Und erst der vierte Kilometer, der bietet sogar eine 4:21!

Und von jetzt an läuft´s. Natürlich, es ist ziemlich fies, und viele Körperteile beschweren sich ob der Schikane, aber ich überlege ständig: wie soll ich meiner Leserschaft ein heutiges Aufgeben vermitteln?
Klar, die letzten 12 Wochen waren fett, und so ein Lauf-Triple-Training – hui!
Nix da, alles Ausreden, das würdet ihr niemals akzeptieren!

Also hab ich doch eine äußere Motivation: euch alle!
Für euch laufe ich diesen 10-er komplett durch, und wie!!!
Für euch laufe ich sogar eine neue persönliche 10-Kilometer-Bestzeit!

Nach heftigen 44 Minuten und 16 Sekunden durchlaufe ich die 10-er Marke, eine gute halbe Minute schneller als bei meinem letzten „echten“ Wettkampf, dem Lauf der Sympathie im März.
Sehr glücklich, sehr zufrieden und sehr fertig gehe ich langsam weiter, bevor ich für die beste Community der ganzen Welt noch einen speziellen Extra-Bonus-Auslaufkilometer dranhänge, damit wir das Kilometerspiel ordentlich rocken!

Der letzte Test vor dem Großen Ereignis ist somit absolviert, und ganz nebenbei erfüllt das Ergebnis sogar die Beck´schen Trainingsplanvorgaben von einer 44:56-er Zielzeit.
Ick freu´ mir!

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Die Woche endet mit dem Sonntag und einem Tempodauerlauf, der sich als 12-Kilometer-Lauf im (für nächstes Mal ganz bestimmt geltenden) Marathon-Renntempo tarnt. Bei heftig schwülen gut 22 Grad schwitze ich schon vor der Einlaufphase, aber zumindest scheint keine Sonne. Ein Segen.

Und eine weitere geradezu phantastische Gelegenheit, mein Verdauungssystem langsam aber sicher an eine Malto-Versorgung zu gewöhnen. Und wie auch schon beim ersten Mal scheine ich diese Mixtur gut zu vertragen, ob und was es bringt werde ich sowieso erst deutlich später herausfinden. Hinterher hat man´s meistens vorher gewusst… 😉

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Marathon-TP_Woche12

Was im Plan schon viel aussieht…

Was für eine Wochenbilanz:
Premieren und Rekorde galore!

Als da wären:
5 Lauftrainings in einer Woche,
– mein erstes Trainings-Triple ever,
– eine sensationelle persönliche 10-Kilometer-Bestzeit, und nicht zuletzt:
– die 1.500 Jahreskilometer vollgelaufen! Das ist allerdings quasi ganz nebenbei passiert…
Was kann mich jetzt noch stoppen?

M-Training_W-12

…sieht in der Realität nocht viiiel mehr aus!

Schwarz auf weiß

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