Meine Achillessehne ist meine Achillesferse

Achilles - Sieht aus wie mein Gesichtsausdruck nach Selbstdiagnose

Achilles: Original mein Gesichtsausdruck nach Selbstdiagnose!

Die Situation:

Tja, so ist das: da kümmerste dich immer schön um dein körperliches Wohlbefinden durch nervige Körperkraft-Übungen, olles Alternativtraining oder auch mal zwei Wochen Gar-Nicht-Laufen, und dann das: die Achillessehne stänkert herum.

Was hat´s also genutzt? Nüscht! Naja, ganz so ist es ja nun auch nicht, aber bitte verzeiht mir, dass mir in Anbetracht der widrigen Umstände die Emotionen etwas durchgehen.
Und dabei war doch alles so schön nach dem Marathon, meine gesamte Anatomie hat gehalten.

Da ist Aua.

Da ist Aua.

Doch –  bereits nach dem ersten Lauf knapp 2 Wochen später, am 11.Oktober, merkte ich am nächsten Morgen eine leichte Einschränkung in meiner Fußbewegung.
Na, dachte ich so bei mir, das fühlt sich gar nicht gut an. Beim Aufstehen merkliche Schmerzen in der Achillessehne, besonders stark am linken Fuß.

Nach ein paar Minuten wurde es zwar deutlich besser, aber ein klitzekleines bißchen merkte ich es immer noch. Dazu gesellte sich ein spürbarer Schmerz, wenn ich die entsprechende Stelle leicht mit Daumen und Zeigefinger drückte. Autsch.
Schließlich dachte ich mir: damit es (hoffentlich!) von allein wieder weggeht werde ich Kollege Achillessehne gern mal ein bißchen unterstützen.

Nach kurzer Internet-Recherche ist die passende Therapie auch schnell gefunden, schließlich bin ich alles, nur kein Einzelfall. Die erste sehr einhellige und dummerweise auch besch…eidenste Antwort: Laufpause einlegen!!!

Na klasse. Einige empfehlen einen Orthopäden, nun, davon möchte ich zunächst noch absehen. Wegen jedem Zipperlein zum Arzt?- Näää!
Ich halte dies vor allem deshalb nicht für notwendig, da ich vor viiielen Monaten ein ebenfalls recht akutes Schienbein-Problem geradezu mustergültig selbst eliminiert habe. Wozu also unnötig Kosten verursachen?

Heben - absenken. Heben - absenken.

Anheben – absenken. Anheben – absenken.

Die Lösung?:

Und so stehe ich seit dem 13. Oktober jeden Morgen und jeden Abend auf der Treppenstufe und ziehe mein Sehnen-Dehn-Training fleißig durch.
Jeweils 3 mal 15 Hebungen an der Kante, und das zweimal täglich.

Entscheidend ist vor allem, dass man den defekten Fuß laaangsaaam gut absenkt, so dass der Hacken deutlichst unter die Stufenkante kommt. Dabei beugt man am Besten das Knie des absenkenden Beines, die Dehnung darf man gern bis in die untere Wade spüren. Merklich spüren. Aber ohne Schmerzen, ganz wichtig!
Das Anheben in den Zehenstand übernimmt das gesunde Füßchen. In meinem Fall das rechte, da der akuteste Achilles-Schaden sich auf das linke Bein konzentriert.
Anheben – absenken. Anheben – absenken. Anheben – absenken. Fast so schön wie Laufen.

Am 22. Oktober starte ich einen zweiten Laufversuch, gut anderthalb Wochen später. Meine grenzenlose Hoffnung: alles ist wieder gut! Knappe 15 Kilometer laufe ich gemeinsam mit Markus durch die Berliner Innenstadt.
Schon 2 Stunden später gibt sich meine linke Achillessehne ein schmerzhaftes Stelldichein und es naht die grenzenlose Enttäuschung: das dauert wohl länger…

Wir Läufer sind schon ein seltsames Völkchen: während sich der Großteil der Bevölkerung zur sportlichen Aktivität quälen muss (wenn sie sich denn überhaupt bewegt…) so ist es für uns eine Qual, nicht laufen zu dürfen!
Aber: mein Verantwortungsbewusstsein und der innere Antrieb, im Januar die Vorbereitung für den Hamburg-Marathon anzugehen halten mich vob allzu leichtsinnigem Vergnügen ab. Es gilt also, die Kondition auf anderem Wege zu konservieren.

Der "Kleine" von zuhause

Der „Kleine“ von zuhause

Die Alternative:

Dazu hat ein erfinderischer Mensch beispielsweise den Crosstrainer entwickelt.
Ein solches Gerät, in zugegebenermaßen sehr einfacher Ausführung, habe ich zu hause und nutze es ab jetzt entsprechend häufig.

Meine bisherigen seeehr seltenen Crosstrainer-Ausflüge betrugen ungefähr eine Stunde. Natürlich viel zu wenig, um als ernsthafter Ersatz für´s Laufen herzuhalten.
Also: Dauer verlängern. Etwas über 80 Minuten absolviere ich inzwischen auf dem heimischen Nordic-Walking-Gerät, und es macht -den Umständen entsprechend und mit begleitendem Hörbuch-Hören- sogar Spaß!
Damit auch der Bewegungsablauf nicht allzu gleichförmig wird und mein Körper sich wegen Unterforderung langweilt gestalte ich die gut 80 Minuten in einem Intervall-Modus, der alle 5 Minuten den Dreh-Widerstand verändert. Selbigen stelle ich vorher auf Werte zwischen 3 und 10 (von 16 maximal möglichen Stufen), das bringt mein kleines Herzchen bei Stufe 10 schon mal auf ganz ordentliche 90% der maximalen Herzfrequenz!

Dabei achte ich insbesondere auf einen guten und kräftigen Armeinsatz und habe, in gewisser Weise zumindest, somit einen würdigen Ausgleich zum Freiluft-Bewegungsmangel. Wobei: da ich ja bei offenen Fenstern trainiere ist für ein gutes Maß an Frischluft gesorgt.

Der "Große": Zum virtuellen Berghochlaufen geeignet.

Der „Große“: Zum virtuellen Berghochlaufen geeignet.       © matrixfitness.com

Ein zwar ähnliches aber dann doch wieder ganz anderes Trainingserlebnis hält ein Crosstrainer in meinem Fitness-Studio für mich parat.
Dieses Ellipsen-Gerät nennt sich selbst „Ascent-Trainer“, was quasi schon die Besonderheit verrät: er simuliert Steigungen!

Dementsprechend nutze ich diesen als weitere Abwechslung, denn so etwas Tolles beherrscht mein kleiner Kettler nicht. Allerdings beschränke ich die Trainingszeit auf eine gute Stunde, denn bei knuffigen 25° (!!!) im Studio und einer Intervall-Einstellung am Crosstrainer, die fette Steigungen bereithält, reicht das auch.
Da geht mein Kreislauf mal so richtig ab!

Nebenbei verlassen gefühlt 5 Liter Wasser über die Poren meinen Körper. Eine gute Vorbereitung für den nächsten Sommer! 😉 Zur finalen Würze einer (leider) laufabstinenten Trainingsphase fahre ich einmal die Woche für eine Stunde im Studio Rücken-Fahrrad. Oder Ergometer. Was gerade so frei ist.

Das Ergebnis:

Ihr seht, ich bin nicht untätig. Nur die Läuferwelt, die muss zur Zeit etwas auf mich verzichten. Und das, wo gerade draußen, nach einem langen und heißen Sommer, endlich mal wirklich meine Laufbedingungen herrschen. Aber – es soll halt nicht sein. Das macht mich zwar traurig, aber ich entscheide mich lieber selbst für diese Laufpause, ehe meine Achillessehne eine wesentlich drastischere erfordert. Drückt mir die Daumen, dass mein Fuß bald wieder heile ist!

Mein „Achillessehnen-Schonungs-Monat“ mit nur 2x Laufen 🙁 in der Übersicht:

Okt2014

(Bildquelle „Achilles“: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de)

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