Hamburger Projekt, Woche 02 (v.14): Erstmal(s) „Butter bei die Fische“

Die Woche beginnt im finstersten Herbst und am Montag.
Der geneigte Leser sieht das ja hier nicht so unmittelbar, aber in den nächsten 10 Wochen, ungefähr, gibt es immer ein sicheres „Doppeltraining“, das heißt zwei Lauftrainings hintereinander.
Und zwar immer Sonntags und Montags.
Wie gesagt, das liest sich hier nicht unbedingt so, schlägt aber (zumindest heute beim ersten Mal) schon ein wenig durch.

Apropos erstes Mal: es folgt in dieser Woche noch das erste Trippel Triple-Training und der erste Test-Wettkampf.
Aber der Reihe nach:



Ich erwähnte es bereits eingangs, Montag beginnt die neue, zweite Trainingswoche, und in guter frischgebackener Tradition gemeinsam mit Markus!
Sehr schnell stellen wir fest: gemeinsam läuft es sich motivierter durch die regennassen Berliner Straßenschluchten.

Ein merklicher böiger Wind versüsst uns insbesondere den ersten Teil der heutigen zu bewältigenden 12 Kilometer, da trifft es sich gut, dass ein langsames (GA1, weil bei niedriger Herzfrequenz zu laufendes) Tempo uns gerade recht kommt.
Wer langsam läuft hat nicht so viel Gegenwind. Braucht aber auch länger, um bei unschönen Wetterbedingungen wieder ins Warme zu gelangen.

Nun, wir freuen uns über jeden windfreien Kilometer und genießen den leichten Nieselregen und -schwuppdiwupps!- sind 12 Kilometer vorbei. Danke Markus! 🙂



Dienstag morgen, oder präziser: Dienstag vormittags führt mich mein Weg vor der Arbeit in die Muckibude.
Eigentlich hasse ich es ja, früh Sport zu machen. Aber dafür ist es im Testosteron-Tempel herrlich leer, was natürlich der Wartezeit an Geräten sehr entgegenkommt: sie entfällt!

So kann ich vorteilhafterweise auch Ansätze eines Zirkeltrainings durchführen, was zwar mangels kraftsportlichem Fachwissens eher gefühlt richtig läuft, aber immerhin mache ich überhaupt etwas für die Rumpfstabi.
Dazu dient auch der seit einigen Wochen in die knapp 90 Minuten integrierte angeleitete Dehnungs-Kurs. Sind zwar nur 10 Minuten, aber da ich ja sowieso nach jedem Lauf-Training dehne ist es eine schöne Ergänzung am Kraft-Dienstag.



Mittwoch.
Mehr Regen!
Mehr Wind!
Weniger Celsius-Grade!
Na, da geht man doch mal gern vor die Tür, nicht wahr?

Nasentropfende 2 Grad Außentemperatur, stetige Sturmböen und ein kräftiger, ehrlicher Regen lassen mich heute gänzlich freiwillig schnell laufen.
Ich bin eh´ nach knapp 200 Metern komplett durchnässt, was in mir nur 2 Wünsche aufkeimen lässt: 1.) so schnell wie möglich wieder nach hause zu kommen und 2.) so schnell wie möglich „warm“ zu werden.

Beides lässt sich mit einem zügigen Tempo gut bewerkstelligen. Abgesehen vom Gegenwind. Siehe dazu Montag.
In Sachen „heute mal schneller“ trifft es sich super, dass heute ein GA2-Tempo, also im mittleren Herzfrequenzbereich (ca. 80% der Maximal-Herzfrequenz), ansteht. Brauch´ ich mich wenigstens nicht zum Langsamlaufen zu „zwingen“.

Wieder zu hause angekommen ist wirklich ALLES pitschenass.

Ach, und ihr müsst jetzt wirklich ganz tapfer sein: dieses ganz unglaublich schreckliche nass-kalt-windige Schmuddelwetter ist mir immer noch lieber als ein Lauf bei windstillen 27°C und Sonne. Klingt komisch, ist aber so.



Am Donnerstag bekommt mein „Ich-Laufe-An-Drei-Tagen-In-Folge“-Training seinen zweiten Tag spendiert.
Und schon wieder mit Markus, der zu meinem Stamm-Laufpartner, zumindest für die ruhigeren GA1-Läufe, wird. Das Ergebnis ist für alle Strecken-Freunde ein Rätselbild: wo liegen die Unterschiede zu Montag? 😉
Kleiner Scherz…

Da ja in dieser Woche offensichtlich das Wetter eine Schlüsselrolle einnimmt: heute war´s echt schnieke! 3 Grad, kein Wind, kein Regen. Das Wetter verwöhnte uns geradezu!



Das Trilogie vollende ich am Freitag.

Und heute heißt es in doppelter Hinsicht Butter bei die Fische, um mal norddeutsches Jargon zu bedienen: zuerst natürlich wegen des dritten Laufes in Folge, allein das ist ja schon Schikane genug.
Zum anderen, und hier wird´s noch kniffeliger, weil es heute an der Zeit ist zu sehen, was so alles in Sachen Tempo und Durchhaltevermögen in mir steckt.

Zu diesem Zwecke steht ein 10-Kilometer-Wettkampf im Plan. In Echt ist das natürlich ein Spaß-Wettkampf, gänzlich ohne externe Motivation oder irgendeinen Druck, sondern einfach nur mal so zum Probieren.
Also, Thomas, mach dir keinen Stress, laufe einfach als wäre der Teufel (oder ein vergleichbares Lebewesen) hinter dir her, aber -hey!- , wenn du versagst ist es auch nicht schlimm.

Und da man den aktuellen gesamten Trainingszyklus aufgrund (beinahe) identischer Struktur ideal mit meinem Debüt-Marathon-Training vergleichen kann erinnere ich mich noch ziemlich lebhaft an meinen Erst-Test-Wettkampf-Fail vor einem guten halben Jahr. Kann also nur besser werden! Das Wetter ist jedenfalls schon mal meins: kühl, feucht, super!

Einlauf über 2 Kilometer zum Warmmachen, und dann gilt es. Der „Ist-Doch-Nur-Spaß“-Gedanke beflügelt und motiviert enorm. Herrlich, so leicht hatte ich mir das gar nicht vorgestellt! Ich fliege ja geradezu. Super, stelle ich fest, bleibt nur noch die kleine Frage: wie bewältige ich jetzt die letzten 9 Kilometer?

Denn bereits nach den ersten 1.000 Metern versagt die Motivation eindrucksvoll ihren Dienst.
Dann merke ich, dass ich seit gut drei Monaten kein echtes Tempo-Training mehr absolviert habe. Und so wird aus „Spaß“ recht schnell Ernst!

Nach 5 Kilometern habe ich das Gefühl, ich wäre einen Hochgeschwindigkeits-Halbmarathon gelaufen. Und da habe ich gerade mal die Hälfte geschafft. Au weia!
Na, Bangemachen gilt nicht, sind ja nur noch 5 Kilometer.

Ich schleppe mich mit einer durchaus würdigen Pace dahin und bin ganz ernsthaft erstaunt, dass ich es tatsächlich schaffe, mein Tempo unter 4:50 min/km zu halten!
Wenn ich ehrlich bin war mein vorheriges Ziel für diesen ersten Test irgendwie unter 50 Minuten zu bleiben, also maximal 4:59 min/km zu laufen.
Und ich bin merklich besser!

Das motiviert dann doch wieder, auch wenn meine Beine immer schwerer werden und ich das Gefühl habe, Stahlknochen zu haben.
Das Laktat sammelt sich in meinen Beinmuskeln, die lautstark dagegen protestieren und mangels eigener Möglichkeiten meinem Gehirn eindrücklich klar machen, dass jetzt langsam Schluss sein soll. Und da sind es noch gut zwei Kilometer.

Ich ignoriere alle körperlichen Beschwerden und versuche einfach, das aktuelle Tempo zu halten.
Ganz, ganz, ganz am Ende ist sogar noch ein 10-Meter-Endspurt drin. Aber auch nur, um meinen Beinmuskeln zu sagen: Ätsch, ich entscheide, wie gelaufen wird!

Rundum fertig, schwer keuchend und vollkommen zufrieden stoppe ich meine Uhr und freue mich über 1.) das Durchhalten und 2.) die erreichte Pace von 4:44 min/km.
Mehr (oder besser: weniger ;-)) als ich erwartet hatte.
Ein schöner und schwer erarbeiteter Erfolg!



Und was ist am Samstag? Nun, zuerst mal Trainingspause, und bei einem Blick nach draußen:Winter_14Richtig, Winter! Da kann ich mich wirklich glücklich schätzen, dass das nicht gestern schon herunterkam, sonst wäre ich vielleicht schneller aber nicht unbedingt gesünder ins Ziel gekommen… 😉



AbLauf_01

Trail-Schlamm

Die Woche klingt mit einem (relativ) gemütlichen 10-er am Sonntag aus, wobei am Ende doch tatsächlich 11 Kilometer im Trainingstagebuch stehen und es dann doch nicht ganz so gemütlich war, wie auch bereits die Herzfrequenz deutlich über 140 signalisiert.
Der Grund ist simpel: der Schnee taut leise vor sich hin und verwandelt dabei meine schönen Feldwege in glitschige Schlammkuhlen!

Und so ist der heutige Lauf auch im Grunde eher ein besseres Koordinationstraining mit Krafteinlagen: Springen über Pfützen oder das Suchen von schmalen belaufbaren Gassen zwischen selbigen erzeugen eher Matsch-Slalom-Feeling. Dabei gilt es aufzupassen, denn solcher Schlamm ist ganz schön glitschig!

Und so wird aus einer 10-Kilometer-Strecke mit vielen läuferischen Hin und Her´s eben mehr als geplant. Ist aber nicht schlimm, zumal, um die gesamte Wetterbandbreite zu erfüllen, heute die Sonne scheint. Ein im Grunde würdiger Abschluss!



Ambitionierte Pläne...

Ambitionierte Pläne…

Zeit für die Wochenbilanz!
Na, das sieht ja schon mal etwas annehmbarer aus.
Ich verspüre sogar eine echte Trainingsmotivation, und das will was heißen.

Insbesondere unter den Gegebenheiten dieser sehr knackigen Laufwoche: 5, in Worten FÜNF Laufeinheiten machen fast eine Streak-Woche, über 60 Kilometer kratze ich zusammen. Fett.
Dazu noch so ziemlich alle Wetter, die es gibt, ein ordentlicher „Wettkampf“ – mehr Abwechslung geht nun wirklich nicht!

Ja, so kann es gern weitergehen. So macht Training Spaß. Nur meine Achillessehne, die gibt einfach nicht auf…

...verlangen ambitionierte Umsetzung!

…verlangen ambitionierte Umsetzung!

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