Juni 2015: Alles neu macht der –Juni!

Kinder, was man in einem Monat an sportlichen Dingen so alles machen kann, selbst wenn man nicht laufen kann/darf/soll, das ist schon wirklich unglaublich. Vorausgesetzt natürlich, man bringt die nötige Motivation mit.
Das ist nicht immer ganz einfach, besonders dann nicht, wenn einem ständig der Gott Des Herbstwetters huldigt. Ich erinnere mich jetzt nicht daran, ihm einen Schrein oder anderwertige klerikale Dinge zukommen lassen zu haben. Tja, so kann man sich täuschen.
Anders lässt es sich kaum erklären, dass ich bei 98% aller Outdoor-Aktivitäten regnerisch-kaltes Wetter hatte.
Nun, dies trainiert die Willenskraft.
Und die Abwehrkraft.
Und ist bestimmt total super für die persönliche Entwicklung.



Total super für die persönliche Entwicklung sind auf jeden Fall zwei Kern-Ereignisse, die meinen Juni prägten.

Noch etwas (regen-)feucht unter den Schutzblechen: mein Neues!

Noch etwas (regen-)feucht unter den Schutzblechen: mein Neues!

Das erste Ereignis verursachte immense Kosten, aber, aus jetziger Sicht, perfekt investiert. Mein bisheriges treues Cross-Bike namens „Cube Cross Nature“ ist wirklich schnieke und so, es fährt sich auch ganz toll, aber irgendwas fehlt.
Hmmm.
Ach, ich weiß es: Geschwindigkeit! Und ich hebe mir fast einen Bruch, wenn ich das Gerät in den heimischen Keller wuchte. Da gibt es nur eine Lösung: ein Rennrad muss her!

Der Rennradmarkt ist größer und vor allem teurer als z.B. der Handy-Markt, sollte man ja echt nicht denken. Noch verwirrender wird es, wenn man, sagen wir mal, eine gewisse Flexibilität beim Zweirad sucht; will heißen: wenn das Teil auch mal einen Waldweg verkraften soll. Oder schlaglöcherige regennasse Straßen. Zum Beispiel.

„Cyclocross“ nennt sich so ein Geschoss in Neudeutsch, gern auch als „Querfeldein“-Rad benannt, welches sich als für mich sinnvoll herauskristallisiert.
Auf zum Fahrradhändler meines Vertrauens, der vermisst mich seit 5 Jahren und vermisst mich voller Freude mit Bandmaß & Co ordentlich (auf was man so alles beim Fahrradkauf achten muss -tststs!) und findet auch bald ein mögliches Modell in meiner „Größe“.
Ich bleibe in der „Cube“-Familie und teste das „Cross Race“.

Heißa, was für ein Teil! Die 10 Kilo merke ich kaum. Schnell & leicht, zumindest wenn man von einem reinen Cross-Bike (mit Mountainbike-Charakter und Federgabel) kommt.
Der Kollege pimpt mein Zukünftiges noch mit allerlei Sinnvollem (Klick-Pedalen von Shimano, die „XT“s / Getränkehalter / supergeile Carbon-Luftpumpe…) und Luxuriösem (Leder-Lenkerband, ist deutlich „griffiger“ / Schutzbleche, für mich als Allwetter-Fahrer der ideale A…-Schutz / Lampen-Halterung…)

Mmmh, lecker Froschschenkel!

Mmmh, lecker Froschschenkel!

Knapp 2 Wochen nach Erst-Test ist es dann soweit: ich nehme mein Baby in Empfang. Die freundlichen Fahrrad-Handwerker haben das Schätzchen inzwischen perfekt auf meine vorher erforschten Maße zurechtgezimmert, die erste Proberunde zeigt mir: MEINS! Schon nach wenigen Metern, zum Beispiel, verliebe ich mich direkt in die Froschbeine.
Die „Frog Legs“ sind zusätzliche Bremshebel oben am Rennlenker, wer sie sieht weiß, warum die so heißen.
Für mich als völlig unerfahrenen Renn-Rad-Fahrer sind sie perfekt, wenn ich den Rücken mal nicht so krumm machen möchte und bewähren sich gleich mehrfach bei der folgenden Heimreise.

Ich will euch gar nicht weiter mit Technik langweilen sondern lieber gleich auf den ersten Absatz zurückkommen: die Heimfahrt des Rades aus Berlin-Mitte nach Falkensee (ca. 30 Kilometer, perfekt zum Radeln… ;-)) gestaltet sich zur Schwimm-Orgie.
Regen, Wind, sowie Regen und relativ starker Regen ver—süßen mir die Heimreise. Na, so kann das Rad aber mal gleich zeigen, ob es wirklich so ein Allrounder ist, wie es von sich behauptet.
Es ist.

Auch wenn ich die Ursprungs-Serien-Stollenbereifung gegen schnelle Straßen-Reifen („Schwalbe Marathon (hihi!) Supreme“) getauscht habe: mein Rad klebt am Asphalt. Und schnell, für meine bescheidenen und vor allem untrainierten (!) Verhältnisse ist es auch. Pitschpatschenass und gut gekühlt bin ich anderthalb Stunden später zu hause und sehr glücklich.
Ein schönes, neues Fahrrad, auf welchem ich mich wirklich wohlfühle quasi als „Ersatz“ für das momentan nicht mögliche Laufen macht den vorübergehenden Verlust etwas leichter. Wobei ja grundsätzlich das Radeln eine gute Abwechslung zum Läuferalltag bildet. Wer weiß, vielleicht wird ja eine neue Liebe daraus?!?



Die erste echte „Testfahrt“ nach dem Heimtransport tätigte ich 2 Tage später. Der Freestyle-Weg führte mich über Teile des Berliner Mauerweges, durch ein Waldstück, über wurzelhügelige Asphalt-Fahrradwege und die eine oder andere (Fein-)Schotterpiste.
Alles in allem: geil! Das Fahrgefühl ist großartig, – guuuut, beim 30-kmh-Heizen über Wurzelhügel zwickt es in den Pobacken, wenn man vergisst, sich aus dem Sattel zu erheben (oder zu bremsen, aber -hey!- wer bremst schon?!?), aber sonst fährt sich das Rad ziemlich schnaffte.
Ach, und: sicherlich überflüssig zu erwähnen, dass es während der zweiten Fahrt-Hälfte ganz mächtig vom Himmel schauerte. War ja sowas von klar…

Im Grunde und eigentlich habe ich mir das Rad ja aus einem anderen Grund geholt. Andreas, mein Marathon-Läufer-Kollege, ist in diesem Jahr den Velothon in Berlin gefahren. Er wollte ihn in 2 Stunden finishen und hat das Ziel knapp verfehlt.
Als ich ihm jüngst von meiner Laufpause und dem „neu“ entdeckten Fahrradfahren erzählte meinte er: du schlägst mich niemals beim Velothon!
Tja, und so musste jetzt ein neues, schnelleres Fahrrad her, denn nun habe ich ein Ziel. Und Zeit bis zum nächsten Mai.
Wär´ doch gelacht, wenn ich den Andreas nicht in Grund und Boden fahren würde!

Und so wird aus Marathom „Velothom“! Kleiner Scherz, der nächste Marathon kommt bestimmt. Auch wenn Achillessehne und Knie immer noch die gleichen Symptome zeigen: ich gehe ab nächste Woche in die Physiotherapie, trage brav meine Einlagen und halte sehr diszipliniert die Laufpause ein. Mehr geht nicht.
Mein neues „Cross Race“ macht es mir ein bißchen leichter.



3 Freunde erleben...

3 Freunde erleben in den Alpen…

Ein bißchen leichter, zumindest im Juni, macht es mir auch das zweite Kern-Ereignis, welches mich eine gesamte Woche hindurch ordentlich beschäftigte.
Während andere in ihrem Urlaub ordnungsgemäß am Strand abhängen (mach´ ich auch, wahrscheinlich aber erst im nächsten Leben…) gönne ich mir einen kalorienreduzierenden Zeitvertreib der besonderen Art: eine weitere Alpen-Hüttenwanderung stand auf dem Programm!

In bewährter Besetzung (Markus, Thomas & ich) ging es diesmal in die Dachstein-Region, genauer nach Schladming, noch genauer auf den Tauern-Höhenweg. Unsere zahlreichen Abenteuer arbeite ich gerade in Wort und vor allem Bild auf, und im Gegensatz zum letzten Jahr (den Wander-Bericht schulde ich euch noch immer… ;-() bin ich in diesem Jahr schon mitten im Verfassen. Gute 65 Kilometer Fußweg, mehr als 4.500 Höhenmeter und tolle Eindrücke warten auf Euch.
Ihr werdet also in den nächsten Wochen mit einem kompletten Wochenbericht unserer Wanderung versorgt. Diesmal wirklich.

Nur soviel vorab: es war, -und hier schließt sich der Kreis-, sehr, sehr herbstlich. Manchmal sogar schon fast –winterlich…

...viel Herbst...

…viel Herbst…

...ohne Ende Natur...

…ohne Ende Natur…

...etwas Winter...

…und manchmal etwas Winter…

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