Mai 2015: Alles. Außer Laufen.

Naja, so ganz stimmt das ja jetzt nicht. EINMAL habe ich sie doch geschnallt, die Laufschuhe, fein bestückt mit einer formschönen passiven Einlage gegen Hastenichtgesehen-Fußverformungen.
Was, nur ein Mal? Nanü, was ist denn da los?
Nun, lest selbst:

Nach meinem glücklichen, erfolgreichen und (leider) nicht ganz schmerzfreien Hamburg-Marathon-Finish folgten zunächst zwei wundervoll sportfreie Wochen.
Ja, auch ein ambitionierter Freizeitläufer macht das manchmal: Nix! Sozusagen zwei Schweinehund-Wochen. Die reichen aber auch.

Dummerweise sind Freund Achillessehne und rechtes Knie noch nicht so begeistert von der Vorstellung, jetzt wieder das Laufbein zu schwingen.
Und da ich ja zur Zeit komplett ziellos unterwegs bin, also ganz sportlich betrachtet, nutze ich die Gelegenheit, das mir schon vor xx Wochen gegebene Versprechen doch mal einen Orthopäden zu audienzieren in die Tat umzusetzen.

Mann, was die so alles an einem finden, diese Halbgötter in Weiß! Senkfüße habe ich, aber das sei wohl völlig normal. Ja, und die linke Achillesssehne ist seeehr stark gereizt, ach, Sie machen exzentrische Treppen-Dehn-Übungen?, na super!
Und so weiter.

Naja, das (fast erwartungsgemäße) Ende vom Lied ist: Der (immerhin!) selbst laufende Orthopäde „empfiehlt“ mir eine Laufpause. Ich dürfte zwar laufen, aber ich müsste mir dessen bewusst sein, dass dann meine Achillodynie, und darum handelt es sich nun mal, viiiiel länger zum heilen braucht oder noch viiiiel schlimmer werden kann.
Toll, ein Appell an mein Gewissen. Da wäre mir ein schlichtes Verbot ja fast noch lieber gewesen…
Aus der lustigen Wikipedia-Therapie-Liste empfiehlt mein Orthopäde des Vertrauens: Dehnung der Wadenmuskulatur (=“Treppenübung“), Belastungsreduktion (grrrrrr…), Physiotherapie (erstmal 10 Einheiten), Sensomotorische Einlagen (für die Alltags-Schuhe, passive Einlagen für die Laufschuhe, wenn ich irgendwann wieder laufe…).
Die Lage ist also verzweifelt, aber nicht hoffnungslos. Natürlich bekomme ich noch den freundlichen und wahnsinnig hilfreichen Hinweis, dass sich so eine Achillodynie ziemlich hartnäckig verhält.

Hui, was man im Keller so ales findet...

Hui, was man im Keller so alles findet…

Und mein rechtes Knie? Tja, hier ist die Lage etwas verzwickter, aber ebenso wenig hoffnungslos wie an der Achillessehne.
Nach MRT-Check lässt sich eine leicht verschobene Kniescheibe diagnostizieren, mit der Folge, dass der dahinter befindliche Knorpel ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dadurch hat sich außen herum eine Entzündung (mit Flüssigkeitseinlagerung) gebildet, die nun diffuse bis konkrete Schmerzen auslöst.
Auch das lässt sich durch Physio-Therapie wegtrainieren, behauptet auf jeden Fall der Doc. Dazu wird gezielt die Muskulatur links und rechts der Kniescheibe angesprochen, um selbige in ihre Ursprungs-Position zu bringen und dort zu halten. Ergänzt wird die Therapie mit Hyaluronsäure, welche unter die Kniescheibe eingespritzt wird. Ein echter Spaß.
Bin gespannt, ob´s wirkt. Aber immer noch besser als Cortison.
Sagt zumindest mein Orthopäde.



So war das damals, Anno 2011...

So war das damals, Anno 2011…

Was nu´? Kann man draußen noch andere Dinge machen als Laufen?!? Man (und frau) kann!

Ein längerer Stöbergang im Keller nach Utensilien zum Freiluft-Vergnügen führt folgende Gerätschaften zutage: 1 Paar Nordic-Walking-Stöcker, 1 Paar Inline-Skates, 1 Fahrrad.
Das mit dem Fahrrad scheint mir unter den gegebenen Umständen das praktikabelste.

Fast 3 Jahre stand das schicke Teil unbenutzt im Keller. Nach der Bandscheiben-Vorfall-Diagnose mied ich (relativ) strikt alle Vorn-Übergebeugt-Sportarten ungefähr so, wie der Teufel das Weihwasser.
Höchste Zeit also, meinen Rücken (und alle anderen fahrradrelevanten Körperteile) mal wieder laufalternativ zu fordern!

Die erste Ausfahrt macht einen Riesenspaß, mit knapp 40 Kilometern in 2 Hälften (hin zu den Schwiegereltern und zurück) passt sie zudem distanziell perfekt in meinen Test-Rahmen. Die A…-Schmerzen sind auszuhalten, eine Regelmäßigkeit auf´m Sattel trainiert auch dieses Körperteil.
Fein, eine neue Draußen-Alternative ist gefunden! Und ich kann das „Ich-Lerne-Endlich-Inliner“-Thema noch ein bißchen hinauszögern… 😉

Damit ich nicht nur auf´s Fahrrad umsattele nutze ich natürlich noch ein paar anatomisch wertvolle Indoor-Alternativen. Zu diesem Zwecke halten sowohl mein heimischer wie auch der Fitnessstudio-Crosstrainer her. Das Ganzkörper-Paket wird mit einer ordentlichen Kraft-Brühe abgeschmeckt: Tolga´s lustiger Bauch-Express-Kurs stärkt die Körpermitte und ein ganz feines TRX-Training (eine Art Bondage für Kraftsportler) kräftigen den gesamten Rest.



Dennoch kann nichts das Laufen wirklich ersetzen. Deshalb tritt am 25.05. der Sündenfall ein: ich tätige oben erwähnten einzigen Lauf. Bei schwülen Bedingungen und unter größter Aufmerksamkeit für Knie und Achilles laufe ich lockere und knappe 11 Kilometer. Das ist anstrengender als ich dachte, aber es macht auch Spaß. Die beiden Problemzonen nehmen mir den Laufpausen-Verstoß nicht übel, darüber bin ich echt froh.

Und so gestalte ich mein aktuelles Läuferleben fast gänzlich lauffrei, weshalb ich es als aktuelles „Sportlerleben“ etwas offener formuliere. Ich bin gänzlich hoffnungsfroh, dass meine (fast) eiserne Disziplin sich am Ende auszahlt, so wie sie es umgekehrt im Marathon-Training getan hat. Immerhin konnte ich dort ja auch schon mal das Durchhalten trainieren.
Aber durchzuhalten NICHT das zu tun, was ich gerne tue, das ist doch schon mal eine ganz neue Herausforderung…

Der komplette Mai in der, durchaus abwechslungsreichen, Übersicht:
Mai-2015

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