Theoretisch? Dreidreißig. Praktisch? Wurscht. (M minus 14 Wochen)

Tja, nun ist es also soweit. Ich bin auf dem Wege, meinem selbstgewählten Spitznamen Taten folgen zu lassen. Wird auch langsam mal Zeit, denke ich. Und – was soll ich sagen: ick freu´ mir!, wie der Berliner so sagt. Ich, als Brandenburger, sage natürlich: Ich freue mich!

Aber: es wird auch langsam ernst. Jetzt werden die Ärmel hochgekrempelt. Oder vielleicht doch eher die Hosenbeine, schließlich bewältigen die Inhalte selbiger ja die meiste Arbeit. Naja, und ein bißchen auch der Kopf, denn die mentale Kiste ist da nicht zu unterschätzen. Aber da kann man nichts hochkrempeln. Höchstens umkrempeln.

Jedem Projekt steht (im besten Falle) ein Plan voran, damit man weiß, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Im Falle meines Projektes „Marathon“ gestaltet sich diese Planfindung insofern interessant, als dass ich ja im Grunde leistungsfähiger bin als beim Marathondebüt notwendig ist. Das klingt ungefähr genauso komisch wie es ist, bedeutet aber im Grunde nur: um ein forderndes Training zu haben (und nicht unter das Trainingsniveau meines letzten Halbmarathons zu gehen) ist es notwendig (oder sinnvoll) einen Plan zu haben, dessen Ziel eine möglicherweise nicht erstrebenswerte Zielzeit beim Marathon darstellt. Beim Debüt ist mir nämlich nur eins wichtig: ankommen. Aus eigener Kraft. Egal wie. Egal wann.

Veritable Vorlage: das Original

Veritable Vorlage: das Original!

Und so geschieht es, dass aus dem gesponsorten Beck´schen Marathon-Standardwerk der „Marathon in 3:30 Stunden“-Trainingsplan quasi den Tempo- und Laufumfangmäßigen Standard setzen wird. Nicht, dass ich diese Zeit auch wirklich anstrebe. (Sollte ich sie versehentlich laufen ist das allerdings auch nicht so schlimm…) Aber bei dem angegebenen Marathon-Renntempo (MRT) von 4:58 min/km liege ich ungefähr bei dem letzten gelaufenen Halbmarathon-Tempo, was zumindest eine gute Trainingsbasis darstellt, ohne mich im Training selbst zu unterfordern.

Also nehme ich mir selbigen Trainingsplan vor und bastele fleißig drauflos. Dabei gilt es nun, einige notwendige Modifikationen vorzunehmen, da das Leben als solches ja auch immer mal die eine oder andere nur begrenzt planbare Überraschung bereithält. Zuerst folge ich dem Vorschlag des Meisters, aus geplanten zwölf doch lieber vierzehn Wochen zu machen, man weiß ja nie. Da rafft dich vielleicht eine böse Sommergrippe dahin, und schon biste aus´m Training raus. Man steckt da ja nicht drin. Lieber zwei Wochen Reserve haben.
Auf eine freundliche schriftliche Anfrage meinerseits wie man den Plan am besten erweitert teilt mir der Hubert mit, dass man am sinnvollsten die Gipfelwochen doppeln sollte. Na prima. Ich dachte, vielleicht kann ich ja eine Tapering(=“Entspannungs“)-Woche mehr einplanen, nix da!

Eine weitere planerische Untiefe lauert bei der terminlichen Platzierung des empfohlenen Halbmarathon-Testwettkampfes (hihi, ein Halbmarathon zum Testen, mal so zwischendrin. Sowas laufe ich normalerweise als eigenes Ziel!). Aber auch das stellt laut Hubert kein Problem dar, den kann man auch eine Woche nach hinten verschieben.
Das ist super, und rein zufällig gibt´s an diesem Tag, dem 31.August, auch tatsächlich einen: den Mercedes-Benz-Halbmarathon. Bin schon sehr gespannt, welche klimatischen Bedingungen mich dort erwarten. Der letzte war ja schon temperaturtechnisch – nun ja, wir erinnern uns. Vermutlich werden allerdings die klimatischen Bedingungen die gesamte Trainingperiode über lustig werden, und das, wo ich doch gar kein Hitzeläufer bin. Watt solls, wir hamm´ Sommer. Soll ja auch schon kühle Sommer gegeben haben…

Nach vielen Überlegungen (wann und wie mache ich Kraft? Schaffe ich es, hin und wieder als Alternative mein geliebtes (Studio-)Recumbent-Bike unterzubringen? Hält mein Laufuhr-Akku die 35-Kilometer-Trainingsläufe durch? Welche Laufsachen passen gut zusammen? ) ist es endlich soweit: ich habe einen Plan!

verlängerte Vorgabe: mein Plan!

verlängerte Vorgabe: mein Plan!

Na, das sieht doch schon mal ganz rund aus, oder? Ein bunter Blumenstrauß an abwechslungsreichen Einheiten. Ein bißchen Tempo-Intervalle hier, ein paar Pyramidenläufe dort, nicht zu vergessen die spaßigen Probe-Wettkämpfe, und als echter Brocken sowie Schwerpunkt einer anständigen Marathon-Vorbereitung: die 35-Kilometer-Dinger!
Klar, in erster Linie kommt es jetzt darauf an, ordentlich Distanz zu trainieren, und damit verbunden dem Körper äußerst bestimmt zu vermitteln, brav mit den vorhandenen Energie-Reserven über viiiele Kilometer zu haushalten. Im „normalen“ Trainingsplan stehen drei dieser laaangen Läufe, in meiner Extended Edition sind´s gar fünf. Hui!
Ich werde mich sehr bemühen, mindestens (!) vier davon zu laufen. Ist ja auch ein ordentlicher zeitlicher Invest, das darf man dabei nie vergessen.

14 Wochen liegen vor mir. Es werden 14 harte Wochen. Es werden (hoffentlich!) 14 tolle Wochen. Es werden 14 kilometerfressende Wochen. Jetzt bin ich mal echt gespannt, ob alle meine erforderlichen Körperteile von mir gut genug auf die kommende 3-Monats-Schikane vorbereitet wurden.  Nun, spätestens am 28. September bin ich schlauer (und ein paar Laufkilometer reicher, so oder so… ;-))
Es geht los!

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One Response to Theoretisch? Dreidreißig. Praktisch? Wurscht. (M minus 14 Wochen)

  1. Thomas sagt:

    Klingt vernünftig, viel Erfolg. Und leist sich jut wa!

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